Das ursprüngliche Anliegen von Dr. Howard Hay war, den Körper zu entgiften und zu entsäuern – dass dabei eine gleichmäßige Gewichtsabnahme bis hin zum Normalgewicht erreicht werden kann, ist ein positiver Nebeneffekt dieser nicht als Diät im herkömmlichen Sinne zu betrachtenden Ernährungsweise. Trennkost reguliert das Gewicht: Übergewichtige nehmen bei dieser Ernährungsform ab, während Untergewichtige zunehmen. Die Erklärung hierfür ist so einfach wie plausibel: Die Verdauungsorgane werden durch den harmonischen Ausgleich von Säuren und Basen entlastet und können ihre Verdauungssäfte leichter herstellen. Der gesamte Verdauungsprozess verkürzt sich, und der Körper ist in der Lage, überschüssige Säuren auszuscheiden oder sie mit Hilfe basischer Mineralstoffe zu neutralisieren, so dass der ganze Organismus wieder ins Gleichgewicht kommt. So dauert die Verdauung einer Mischkostmahlzeit bis zu 72 Stunden, wogegen die Verdauung einer Eiweiß- oder Kohlenhydratmahlzeit etwa 4 Stunden dauert. Hätten Sie gedacht, dass ein grüner Salat, am Abend gegessen, 16 (!!!) Stunden braucht, um den Körper auf natürlichem Wege wieder zu verlassen??

 

Was passiert nun eigentlich bei unserer so genannten „Verdauung“ von Eiweißen und Kohlenhydraten?

Die Nahrung, die wir zu uns nehmen, wird im Verdauungstrakt mit Hilfe von Verdauungssäften und Enzymen in kleinste Bausteine aufgespaltet. Diese gelangen vom Darm in die Leber, wo unser Körper die Bausteine entweder nach eigenem Muster zusammensetzt oder sie ganz abbaut, um Energie zu gewinnen.

 

Kohlenhydrate sind wichtige Energiespender für unseren Körper. Sie kommen – mit Ausnahme von Milchprodukten - ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor.

 

Enzyme – die veraltete Bezeichnung lautet Fermente – benötigt der Körper als Vorbereitung zur Verdauung.

 

Eiweiß (Protein) ist für den Körper ein wichtiger Baustoff, den er für Zellen, Muskeln, Organe, Haare, Haut, Knorpel und Nägel benötigt. Man unterscheidet tierisches und  pflanzliches Eiweiß.


Die Verdauung der Kohlenhydrate beginnt im Mund. Verantwortlich dafür ist das Enzym Amylase, das bereits in den Speicheldrüsen gebildet wird. Es spaltet die in der Nahrung vorkommende Stärke (ein komplexes Kohlenhydrat) in kleine Bestandteile auf und benötigt dafür ein leicht basisches Milieu. Ist dieses nicht gegeben, kann die Amylase nicht optimal arbeiten, das heißt, die Stärke gelangt kaum aufgespaltet – also fast unverdaut – in Magen und Zwölffingerdarm. Isst man beispielsweise Kartoffeln (sie enthalten viel Stärke) zusammen mit saurem Obst oder Fleisch/Fisch/Käse oder anderen tierischen Produkten, kann die Amylase nicht mehr optimal wirken, da in der Mundhöhle durch die Frucht- oder anderen Säuren nicht mehr das leicht basische Milieu vorherrscht.

 

Die Eiweißverdauung beginnt bei uns im Magen. Verantwortlich sind das Enzym Pepsin, das im Magen für die Verdauung von Eiweiß benötigt wird, und die Salzsäure. Damit die Verdauung optimal ablaufen kann, muss das Milieu im Magen sehr sauer sein. Isst man nun beispielsweise eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst oder Fisch zusammen mit kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln, kann die Verdauung ebenfalls nicht optimal funktionieren, da beide Enzyme, Amylase und Pepsin, ein unterschiedliches Milieu brauchen, so dass dem Körper die Verdauungstätigkeit unmäßig erschwert wird. Die Folgen sind Völlegefühl und die Müdigkeit bzw. der Leistungsknick nach dem Essen, da mehr Energie für die Verdauung benötigt wird, als von Natur aus vorgesehen. Diese Energie muss dem Körper an anderen Stellen entzogen werden.


Nach einer Mahlzeit nach den Gesichtspunkten der Hayschen Trennkost wird man verblüfft feststellen, dass man weder ein Völlegefühl noch Müdigkeit spürt. Um die Verdauungsorgane zu entlasten, empfiehlt Dr. Hay, bei den jeweiligen Mahlzeiten eiweißreiche Lebensmittel nicht zusammen mit kohlenhydratreichen Lebensmitteln kombinieren.

 

Aus den verschiedenen Stoffwechselprozessen unseres Körpers gehen aber nicht nur Säuren hervor, sondern es werden auch basische Elemente gebildet. Und da der Körper nur dann überleben kann, wenn sich die Säuren und Basen im Gleichgewicht befinden, besitzt er verschiedene Puffersysteme, die für einen Ausgleich zwischen Säuren und Basen sorgen.

 

Eine wichtige Regel bei der Trennkost ist die Einhaltung der Pausenzeiten nach den Mahlzeiten. Sie sorgt dafür, dass das, was im Magen ist, auch komplett verdaut wird und sich nicht „Unverdautes“ mit „Teilverdautem“ mischt oder sich gar wieder Nahrung aus den verschiedenen Gruppen im Magen vermengt.

 

Pausenzeiten zwischen den Mahlzeiten sollten eingehalten werden:

 

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nach einer reinen Obstmahlzeit

ca. 30 Minuten

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nach einer Rohkostmahlzeit

ca. 45 Minuten

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nach einer neutralen Mahlzeit

ca. 3 Stunden

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nach einer Eiweißmahlzeit

ca. 4 Stunden

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nach einer Kohlenhydratmahlzeit

ca. 3 Stunden

 

Während und nach den Mahlzeiten sollte möglichst nichts getrunken werden, damit die Verdauungssäfte ihre Arbeit unverdünnt erledigen können!